Mit der Radtour-pro-Organspende unterwegs

Durch zahlreiche berufliche und private Kontakte bin ich dem Thema Organspende sehr nahe gekommen. Seit fast zwei Jahrzehnten ist Wolfgang Ludwig ein Freund meiner Familie. Auch er hat mir immer wieder aufschlussreiche Informationen und Denkanstösse dazu geliefert. Wer Wolfgang kennt, weiß dass er er etwas bewegen will - um Aufmerksamkeit zu erregen für die gute Sache.
Wie es für mich anfing: Nicht mit dem Fahrrad, so viel steht fest.
Hast du nicht Lust mit ransplantierten Menschen einen Teil der Strecke des Staffelmarathons zu laufen? Wir könnten da noch jemanden brauchen", fragte mich Wolfgang im Sommer 2006. „Ja klar, kein Problem“, antwortete ich und Dank der netten Mitläufer meines Vereins, konnten wir drei komplette Staffeln aufstellen. Drei mal vier Läufer mit Trans-Dia-T-Shirts auf der Strecke. Wenn das nichts ist!
Außer, dass ich es fast verrissen hätte. Am ersten Wechselpunkt lief ich einfach vorbei. Franz Brecklinghaus, der den zweiten Teil der Strecke bestreiten sollte, dachte bestimmt: Die kommt nie mehr!
Ich war fix und fertig! Hängt das Staffelglück ja nun mal von diesem Stück Plastik-Chip ab, der bei jedem Wechsel übergeben werden muss. Ich dachte, wir fallen jetzt aus der Wertung und ich bin Schuld! Vollkommen entnervt wendete ich mich an einen Fahrrad fahrenden Zeitungsreporter der tatsächlich so nett war und Franz hinterher fuhr und ihm den Chip brachte. So kamen wir doch noch in die Wertung. Was für ein Glück!
Nachdem der Einstand beim Laufen nicht ganz so erfolgreich verlief, ging es ein Jahr später aufs Rad. 2007 stand die erste TransDia-Tour an. Los ging es direkt vor unserer Haustür: Am Uniklinikum Münster.
Es gibt eine Fahrrad Tour der besonderen Art, die erste Strecke geht durchs Münsterland, da kannst du doch eigentlich mitfahren... sind nur 38 km“, sagte Wolfgang. Schwager Jürgen eröffnet die Tour mit einem Startschuss und los ging es: Die Sonne schien, nette Leute, schöne Gegend, alles wunderbar. Wenn da nicht mein altes Hollandrad gewesen wäre. Besonders der Sattel, der für diese Streckenlänge nicht gemacht war. Die letzten drei Kilometer musste ich im Stehen fahren, da mein Allerwertester so weh tat!
2010 ging es dann auf meine erste richtige Fahrrad-Tour. 1000 Kilometer Strampelei von Meiringen nach Düsseldorf. Nach langem Zögern entschied ich mich mitzufahren. Schon lange reizte mich die Herausforderung, doch die Selbstzweifel waren schon erheblich. Im Nachhinein bin ich froh: Es war eine tolle Erfahrung und ich lernte die wahrscheinlich netteste Fahrrad-Truppe Deutschlands kennen. Sorry Carlo: Natürlich auch die netteste Fahrrad-Truppe der Schweiz. Mittlerweile ist es ja schon fast europäisch.
Zusammen zu starten, ein Ziel zu haben und dann gemeinsam anzukommen - etwas besseres gibt es nicht! Die Presse war uns wohlgesonnen und viele Organspendeausweise wurden verteilt, die auch tatsächlich in den Brieftaschen landeten. Die Gemeinschaft war klasse, man unterstützt sich in allen Belangen. Auch die Raucherecke wurde etwas mehr bevölkert, seitdem ich mitfahre. Natürlich nur, damit unser armer Dieter nicht so alleine war... und wegen der Mücken!
2011 ging es dann mit Trans Dia von Frankfurt bis nach Leiden. Wieder eine tolle Truppe, ganz viel Spass, aber die Kälte zerrte doch das ein oder andere Mal an den alten Knochen!  Das machte aber nichts. Wurden wir doch so oft entschädigt, mit tollen Unterkünften und freundlichen Aufnahmen. Da muss man sich auch ganz besonders bei den Niederländern bedanken, dermaßen gastfreundlich - das findet man selten!

Es grüßt mit der Hoffnung auf noch viele „bewegte“ Kilometer!

Vera

Letztes Jahr habe ich noch wen mitgebracht .... die Mary:

 

P6230721Ja, ich war eine der Staffel-Läuferinnen 2006. Das Thema Organspende/Spende war zu der Zeit in unserer Familie sehr aktuell, da mein Sohn Knochenmarkspender war. Durch Vera´s Erzählungen von der Radtour 2010 hatte ich – begeisterte Radlerin - “Blut geleckt”. 2011 konnte ich mitfahren. Für Organspende zu laufen war eine Sache, aber 900km Rad zu fahren mit einer “Mission” schon eine andere. Es war ein völlig anderes feeling. Aus dem Miteinander während der Tour bekam ich eine Ahnung, was jeder Betroffene schon so alles durchgemacht haben musste bzw. macht, und was für eine Herausforderung eine solche Strecke bedeutet.
CHAPEAU!

Auf jeden Fall kann ich sagen, es war meine bisher schönste, eindruckvollste und nachhaltigste Radtour und ich freue mich auf die Tour 2012.

Viele Grüße

Mary

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