Die erste (Tor)Tour

Wolfgang Ludwig

Vorbereitungen

Nach gut 9 Monaten Vorbereitungszeit haben wir im Sommer 2007 die erste Radtour-pro-Organspende durchgeführt. Vorher wurde organisiert, organisiert  und nochmal organisiert. Beseelt von der Möglickeit 14 Tage zu radeln und gleichzeitig etwas Gutes zu tun haben wir uns auf den Weg gemacht. 14 Tage in einer beosnderen Mission. Jürgen R., Bernd K., Kathrin B., Frank M. und meine Wenigkeit machten sich 22.7.2007 auf den Weg gen Süden. Schon am ersten Tag wurden wur durch tageweise mitradelnde "Aktivisten" unterstützt. Wir waren alle gespannt was uns erwartet und vor allem Dingen: Hat die Organisation funktiniert?

Damals habe ich jeden Tag (wir hatten weniger km am Tag) einen kleinen Beicht verfasst, den man auf den Seiten von Novartis komplett nachlesen kann. Novartis hat mir geholfen dass technisch zu realisieren. Hier meine zusammengefassten Erinnerungen. Währedn andere abends ihr Bier tranken oder ihre Hälse in die Kamers reckten, habe ich geschrieben....wir waren ja nicht zum Vergnügen unterwegs, sondern in einer Mission.

Zur ersten Radtour-pro-Organspende haben wir von höchster Stelle Unterstützung erhalten. Die Ministerin für Gesundheit, Frau Ulla Schmidt, hat uns ein Grußwort gesandt.

 

Mit dem Rad von Münster nach Würzburg

997 Kilometer in 15 Tagen, getragen vom Willen „Wir können es wieder (oder noch)“: Das zu zeigen, war das Anliegen der Mannschaft von zwölf bis 15 „Stammfahrern“ auf dem Rad von Münster nach Würzburg, dank einer Organspende. Und genau hierfür waren sie werbend und informierend unterwegs. Zu dem Stammteam gehörten aber auch drei Dialysepatienten. Gut medizinisch eingestellt waren sie mal gleich gute und mal weniger leistungsfähige Partner der meist optimal durch die Transplantation rehabilitierten Kolleginnen und Kollegen. Die aus allen Teilen Deutschlands angereisten Fahrer, Mitglieder des TransDia e.V., der sich aus den Sportvereinigungen von Transplantierten und Dialysepatienten zu einer Vereinigung zusammengeschlossen hat, steuerten 23 mal Kliniken, Transplantationszentren, Dialysezentren, Ministerien oder Verwaltungen an. Mit der Idee für die „Radtour-pro-Organspende“ des Vorsitzenden Wolfgang Ludwig aus Münster, der Stadt mit den meisten Radfahrern in Deutschland, hatten Kathrin Bremer und Gudrun Kirchhoff die Route, Unterkünfte sowie Dialysestationen, überwiegend entlang von Ruhr, Rhein und Main, zusammengestellt.

 
Samstag, 21. Juli 2007

Auf los geht's los

Der Eröffnungsveranstaltung am 21. Juli 2007 in Münster mit einem Konzert der Gruppe "The Dandys", den Beatweltmeistern von 1967 unter Leitung von Dieter Kemmerling, war ein 37 Kilometer langer Prolog durch Münster mit rund 35 Gastfahrern mit dem Startschuß des Direktors der dortigen Universitätsklinik, Professor Dr. Norbert Roeder, unterstützt von den Professoren Dres. Günter Breithard und Hans Scheld, Herzchirurgen in Münster, vorausgegangen.Von einer langen Rampe setzten wir uns mit unseren Begleitern in Bewegung. Mit einem 17 km/h-Schnitt ging es auf Radwegen am Haus der Dichterin Anette von Droste-Hülshoff vorbei durch die münsterländische Parklandschaft. Nach fast zwei Stunden gönnten wir uns im historischen Brauhaus Klute eine Pause. Der weitere Weg zum Tagesendziel Mühlenhof beinhaltete auch eine kleinere „Bergwertung“.

 
Sonntag, 22. Juli 2007

Ein Pokal mit symbolischem Wert

 

Der zweite Tag führte uns über rund 90 Kilometer von Münster über Hamm nach Unna-Massen. Auch heute war es sonnig und mit 22 Grad Celsius nicht zu warm, ein angenehmes Fahren. Uns begleiteten Dr. Ulrich Hoffmann und eine Dialyseschwester vom Dialysezentrum Hamm bis zur St.Barbara Klinik. Mit unseren neuen Radtrikots, die die Aufschrift „TransDia e.V.“ und „Radtour-pro-Organspende’“ trugen, ging das Fahren gleich leichter. In Hamm und vor allem im Klinikum wurden wir vom Chefarzt Professor Dr. Hans Pfleiderer und Frau Kleditsch ganz herzlich empfangen. Endstation des Tages war Unna. Um 18 Uhr empfing uns Dr. Markus Schulte-Vorwick vom Dialysezentrum Unna. Er überreichte uns einen Pokal mit der Inschrift „1. Sieger Radtour pro Organspende Unna“. Eine sehr nette Geste mit wirklich großem symbolischen Wert, denn Sieger sind alle Mitradler – sei es transplantiert oder dialysepflichtig.

 
Montag, 23. Juli 2007

Die erste Bergwertung

Tag 3. Wir fuhren von Unna über Bochum nach Witten, 86 Kilometer, gefühlte 110. Trotz einer maximalen Geschwindigkeit von 41 km/h, bergab mit angelegten Ohren, gab es keine technischen Ausfälle.
Die Abfahrt an diesem Morgen verzögerte sich, da die mitfahrende Humanmedizinerin und ein Tierarzt sich nicht über die schnell verfügbaren Kohlenhydrate einigen konnten, obwohl wir ihnen sagten, dass wir ja nur „Radtouristen in einer besonderen Mission“ sind. Auf einem gut ausgebauten Radweg erreichten wir mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 19 km/h unseren ersten Tageszielpunkt, das Knappschaftskrankenhaus Bochum, wo wir mit der Presse verabredet waren. Unsere Aufgabe: Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Organspende. Professor Dr. Richard Viebahn und sein Team empfingen uns sehr herzlich. Das Regionalfernsehen begleitete uns ab Ankunft in Bochum. Am Spätnachmittag waren wir zum Grillen eingeladen und hatten trotz einsetzendem Nieselregen eine gute Stimmung. Unsere Dialysepatienten konnten dies leider nicht genießen, da die Maschine auf sie wartete. Diese zeitliche Belastung konnten wir auch den Redakteuren glaubhaft vermitteln und ihnen auf diese Weise die Motivation, warum wir fast 1.000 Kilometer auf dem Rad unterwegs waren, deutlich machen. Ein kleines Radiointerview hören Sie hier:

 
Dienstag, 24. Juli 2007

Regen, Regen, Regen - aber abends grillen

Unser Weg führte uns von Witten über Hattingen nach Essen. 52 Kilometer waren es, und mehr wollten wir auch an diesem Tag nicht tun, denn Petrus hatte alles parat: Regen, Sintflut, Wolken, Sonne und wieder Regen. Wir mussten uns schon gegenseitig aufmuntern, um auf den Drahtesel zu steigen. Unser Ziel in Hattingen war das Dialysezentrum Dr. Christoph Heine. Und wie so oft, wo liegt es? – auf dem Berg. Offensichtlich muss es eine Bauordnung geben, die das Bauen solcher Einrichtungen auf dem Berg vorschreibt. Wieder wurden wir von den Ärzten und dem Praxispersonal sehr herzlich empfangen. Im Universitätsklinikum Essen angekommen, wurden wir von Professor Dr. Christoph Broelsch, Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie und Professor Dr. Kurt Werner Schmid, Stellvertretender Ärztlicher Direktor, mit kurzen Ansprachen begrüßt. Von Professor Dr. Thomas Philipp, Direktor der Klinik für Nieren- und Hochdruckkrankheiten, sowie Renate Abel von der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) wurden wir zum Grillabend eingeladen, an dem auch Dr. Ulrike Wirges, Geschäftsführende Ärztin der DSO-Region NRW, teilnahm. Sie wünschte uns alles Gute für die kommenden Tage.

 
Mittwoch, 25. Juli 2007

Im Revier

Der Wetterbericht sagte für diesen Tag Sonne, Wolken, trocken voraus. Wir hatten gut 85 Kilometer für die Strecke Essen, Mülheim, Duisburg vor uns. Professor Philipp begleitete uns auf zwei Rädern den ganzen Tag. Zwei Gastfahrer – Kerstin, lungentransplantiert, und Detlef, herztransplantiert – hatten sich an diesem Tag ebenfalls dazu gesellt. Bernd aus Mülheim führte uns gekonnt und wir lernten das Ruhrgebiet von seiner grünen Seite kennen. Wir erreichten punkt zwölf Uhr das Marien-Hospital in Mülheim und wurden von Chefarzt Professor Dr. Rainer Windeck zum Mittagstisch willkommen geheißen. Mit dabei war, wie fast immer, die regionale Presse. Auch hier ließen wir nichts unversucht bei der Information über Organspende: es folgte eine Übergabe von Organspendeausweisen auf einer Hubbühne in 20 Metern Höhe. Die Selbsthilfevereinigung Westliches Ruhrgebiet/Mülheim/Duisburg unter Leitung von Christel Oetgen, hat sich mächtig ins Zeug gelegt; drei weitere Fahrer schlossen sich für den Nachmittag an. Um 15.30 Uhr erreichten wir das Evangelische und Johanniterklinikum in Duisburg. Chefarzt Professor Dr. Ralf-Ulrich Scherer, Dr. Renate Breuer von der DSO sowie Studenten der Uni Düsseldorf begrüßten uns sehr herzlich. Da sich ihr Haus sehr für Organentnahmen engagiert, haben wir hier die Möglichkeit, für ihr Engagement unseren Dank auszusprechen. Um 17.30 Uhr rief die Dialyse, die anderen hatten Freizeit.

 
Donnerstag, 26. Juli 2007

Erster Tag am Rhein

Duisburg-Düsseldorf-Köln hieß die Tour am sechsten Tag. Rund 95 Kilometer lagen vor uns bei angenehmem Wetter. Wir hatten an diesem Tag einen Schnitt von 17,41 km/h, sagt das „Bordbuch“. Etwas früher als sonst, 8.30 Uhr, waren wir startbereit. Duisburg mit dem Rad von Nord nach Süd war eine Pioniertat. Neben Walter für den Rest der Tour gesellten sich noch Gerd, und dann „eine Lunge“, Fabian, der jüngste Teilnehmer, für den Tag dazu. Um die Mittagszeit wurden wir in Düsseldorf im Gesundheitsministerium von Frau Slawski-Haun empfangen. Unsere unterschiedlichen Meinungen, trotz gemeinsamem Ziel, blieben beim Gespräch bestehen. In Leverkusen am Spätnachmittag wurden wir von der Praxis Dr. Tilo Henker gebührend empfangen. Mit dabei waren Bürgermeisterin Irmgard Goldmann sowie Dr. Jörg Ferber von der IG Köln. Die Öffentlichkeitsarbeit lief auch hier gut. Gegen 18 Uhr erreichten wir Köln und die Firma Shire hatte für uns ein Grillfest organisiert. Adolf Klaiber, Shire, und Dr. Jan Leidel, Leiter des Gesundheitsamtes, und Wolfgang Ludwig sprachen zu Dialyse und Organspende. Die Reporter notierten eifrig, sie erfuhren viel Neues.

 
Freitag, 27. Juli 2007

Lazy Day

Dies war unser erster Ruhetag und neben dem Radservice verbrachten wir den ganzen Tag mit Wellness im Agrippabad. Jürgen, die gute Seele des Begleitfahrzeugs, verließ uns an diesem Tag. Am nächsten Tag übernahm Wolfgang den Begleitservice.

 
Samstag, 28. Juli 2007

Richtung Süden

Der achte Tag, brachte uns von Köln über Bonn nach Remagen. Das Tagebuch sagt: starker Regen, später trocken und vereinzelt Sonne. Gut 70 Kilometer wollten bewältigt werden. Vor der Abfahrt begrüßten uns Dr. Michael Nebel von der KfH-Dialyse und Dr. Wolfgang Arns vom Transplantationszentrum Köln. Ab diesem Tag war Stefan neu dabei. Sein Einstand: zwei „Plattfüße“. Bevor noch der Besenwagen bei ihm war, hatte er die Schläuche gewechselt. Wir besuchten die Rheinischen Landeskliniken in Bonn und konnten Professor Dr. Rolf Biniek, Chefarzt der Neurologie, und seinem Team für sein erfolgreiches Engagement bei den Organentnahmen danke sagen. Auch Dr. Thomas Gerhard vom Transplantationszentrum Bonn stattete uns einen Besuch ab. Das letzte Teilstück gestaltete sich – ungedopt – mit 23 bis 26 km/h für unsere Gäste doch als zu schnell, wie wir im Nachhinein erfuhren. Mit dabei: Pater Bernhard Hesse - auf einem Liegerad.

 

Sonntag, 29. Juli 2007

Regen, Teil 2

Remagen – Koblenz – St. Goar. Wir starteten bei bedecktem Himmel die etwa 88 Kilometer, aber die Neigung zu Regen schien groß. Unser erstes Ziel war das Bundeswehrkrankenhaus in Koblenz. Wir kamen trotz miesem Wetter entlang des ausgebauten Rheinradweges gut voran. Drei Kilometer vor dem Ziel stürzte Walter ohne Fremdeinwirkung in der Stadt an einer Bordsteinkante. Die Röntgenaufnahme zeigte: Ellbogen gebrochen, Ende der Weiterfahrt. Gute Besserung, Walter. Im Krankenhaus empfingen uns Stabshauptmann Dostert und Privatdozent Dr. Dietmar Mauer von der DSO-Region Mitte. Nach dem Mittagessen stießen Claudia und Wolfgang zu uns. Unsere nassen Socken wurden auf der Fahrt über Spay und Boppard vom starken Wind wieder getrocknet. Mit vielen Burgen und anderen Sehenswürdigkeiten entlang des Rheins in Richtung St. Goar wurden wir belohnt.

 
Montag, 30. Juli 2007

Skandal: Doping

An diesem Tag ging es weiter entlang des Rheins: von St.Goar nach Bingen und dann rüber auf die rechte Rheinseite nach Rüdesheim und am Spätnachmittag wieder rüber, nach Mainz. Aufgeschreckt durch die gleichzeitig laufende Tour de France rief einer beim Frühstück: „Bei uns wird gedopt!“ Claudia wurde des Dopings überführt. Seelenruhig saß sie beim Frühstück und hantierte mit Spritze und einer undefinierbaren Flüssigkeit herum, mischte das Ganze mit Orangensaft und schluckte es. Auf Nachfrage sagte sie: „ist mit dem Arzt abgesprochen“. Wir warten auf die B-Probe ...Blauer Himmel, die Sonne schien, aber nur 15 Grad Celsius. Wir grüßten entlang des Rheins gegenüber die Loreley und kamen im Gegensatz zu den Schiffen gut durchs „Binger Loch“. Unterwegs erreichte uns Walter, der Unglücksrabe, auf dem Handy: Operation gut überstanden, fünf Nägel, eine Platte. An der Autofähre Bingen-Rüdesheim erwartete uns ein Kamerateam der Südwestfunks und auf der anderen Rheinseite Gerhard Stroh mit seinen Leuten von der IG Wiesbaden. Er geleitete uns durch die Drosselgasse zum Rathaus. Während wir in St. Goar über die Ruhe und Beschaulichkeit überrascht waren, schien es sich bei Rüdesheim um eine japanisch-holländische Enklave zu handeln. Beim Empfang in Rüdesheim waren viele Vertreter der Stadt anwesend, auch Landrat Burkhard Albers. Allen war das Thema inzwischen wichtig. Beim anschließenden Mittagessen wurden wir noch vom Ersten Stadtverordneten Hans-Wolfgang Eulberg in die Geheimnisse von Rüdesheim und der vielen Winzern eingeführt. Hannelore Rönsch, Bundesministerin a. D. für Familie und Senioren, begleitete uns auf dem Weg nach Mainz. Entlang des Leinpfades, landschaftlich schön gelegen, wollen wir Richtung Mainz. Da dieser Weg für Rennräder aber ungeeignet ist, führte uns Hannelore Rönsch mit ihren Ortskenntnissen durch reizvolle Weinberge. Etwas verspätet erreichten wir – nach „Abgabe“ von drei Personen an die KfH-Dialyse – das Universitätsklinikum Mainz, wo wir mit Applaus vom Leiter des Transplantationszentrums, Professor Dr. Gerd Otto, und seinem Ärzteteam, sowie Dr. Monika Schmid von der DSO-Region Mitte und einer ganzen „Fußballmannschaft“ von Mitgliedern der IG Wiesbaden begrüßt wurden. Einer der Gäste fragte: „Und wo ist der Bundesverband Niere?“ – Eine schlagfertige Antwort kam: „Die transportieren sicher gerade eine Spenderniere!“ Nachdem uns die Presse „ausgequetscht“ hatte und wir uns mit Brezeln und Spundekäs gestärkt hatten, begleitete uns Hannelore Rönsch noch zu unserem außerhalb liegenden Quartier.

 
Dienstag, 31. Juli 2007

Frankfurt

Wir fuhren wir bei nicht sehr warmem Wetter von Mainz kommend gleich drei Stationen an: den Frankfurter Römer, das Universitätsklinikum Frankfurt/Main und das Offenbacher Klinikum. Unterwegs traf uns ein Kamerateam von Sat1. Wir mußten Ehrenrunden fahren bis alles im Kasten war. Im Römer begrüßte uns ein Bürgermeister, ehemaliger Pfarrer, mit einer tollen Rede. Vom Transplantationsteam der Uniklinik hießen uns der Dekan der Medizinischen Fakultät sowie die Ärzte Professor Dr. Helmut Geiger, Professor Dr. D. Jonas, Professor Dr. Ernst H. Scheuermann und Michael Kinze von der IG Frankfurt willkommen. In Offenbach warteten Frau Schelle vom Klinikum und Anna Maria Walter von der IG auf uns. Sehr beeindruckt waren wir von den Worten des Kaufmännischen Direktors der Klinik Offenbach, Hans-Ulrich Schmidt, der das Thema Organspende sehr offensiv anpackte. Unterwegs packte uns etwas der Übermut.

 
Mittwoch, 1. August 2007

Den Main entlang

Bei wunderschönem Wetter gingen wir die Strecke Offenbach- Aschaffenburg-Erlenbach an. Rund 85 Kilometer lagen vor uns. Wir bemerkten: einige Ketten, aber auch manche Gelenke schrien nach Öl. Aber wir hatten es ja bald. Peik, Manfred und dessen Frau stießen zu uns – die Gruppe wurde immer größer. Trotz Sonne brauchten wir fast eine Stunde, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Um zwölf Uhr war ein Empfang bei der Stadt Aschaffenburg. Zehn Kilometer vor dem Ziel in Erlenbach stand meine Familie, die uns die letzten Tage begleitete. Jan u. Maike, meine Kinder,  gesellen sich mit dem Rad dazu und das reduzierte die Durchschnittsgeschwindigkeit drastisch. Auch im Kreiskrankenhaus Erlenbach – natürlich auf dem Berg – erwartete uns ein herzlicher Empfang. Mit vielen Krankenpflegeschülerinnen haben wir unser Thema Organspende eingehend besprochen.

 
Donnerstag, 2. August 2007

Buddy Holly - Muskeln lockern

Auch der 13. Tag unserer Tour war ein Ruhetag, den wir genossen. Besichtigungen standen auf dem Hauptprogramm, sowie der Besuch des Buddy Holly Musicals am Abend.

 
Freitag, 3. August 2007.

110km - längste Etappe

An diesem Tag stand unsere längste Etappe mit 110 Kilometern auf dem Programm. Mitten in der Nacht, acht Uhr, brachen wir auf, um von Erlenbach über Wertheim Lohr am Main zu erreichen. Der Ruhetag hatte einige Reserven mobilisiert und so kamen wir bei bedecktem, warmem Wetter gut voran. Über Wertach kommend wurden wir in Wertheim von der örtlichen Polizei empfangen. Ohne Blaulicht geleiteten sie uns zum Rosengarten, dem Sitz des Bürgermeisters. Dort trugen wir den Pressevertretern, inzwischen gekonnt, unser Anliegen vor und hofften, daß sie es auch den Lesern gut rüberbrachten. Um zwölf Uhr war die Begrüßung durch Bürgermeister Wolfgang Stein. Vom Küchenchef des Krankenhauses, Helmut Finner, erhielten wir Lunchpakete mit einer zünftigen Brotzeit. 13.30 Uhr begleitete uns die Polizei noch bis zum Ortsausgang. Der nächste Halt war in Stefans Heimatdialyse in Marktheidenfeld. Pünktlich um 16.30 Uhr erreichten wir Lohr und wurden von Bürgermeisterin Brigitte Riedmann herzlich empfangen. Alle haben den Tag mit der längsten Etappe gut durchgehalten.

 
Samstag, 4. August 2007

Publikumsradeln

Finale. Von Lohr ging es recht gemächlich Richtung Würzburg. Rund 60 Kilometer waren bei angenehmem Wetter zu bewältigen. Trotz kurzer Etappe waren wir früh auf den Beinen. War schon ein bisschen Wehmut eingekehrt, weil an diesem Abend alles zu Ende gehen würde? Inzwischen hatten wir 930 Kilometer in den Beinen. Wir waren jetzt ein gutes Team geworden. Den ersten Zwischenhalt machten wir in Gemünden. Es wurde uns Obst gereicht. Kurz nach der Abfahrt folgte unser vierter Platten, Peter war der Leidtragende. Um elf Uhr war Rast in Karlstadt in der Fußgängerzone vor dem Fahrradladen unseres Sponsors Rosenberger. Wir waren bei der Weiterfahrt fast 40 Personen. Um 12.30 Uhr gab es Mittagessen in Zellingen im Restaurant „Zum Anker“. Familie Grümpel und Bürgermeister Karl Mühlbauer empfingen uns. Über Margretshöchheim ging unser letztes Teilstück nach Würzburg. Schon vor unserer Ankunft gab es ein reichhaltiges Programm mit den „Kaktussen“, ein Improvisationstheater, einem „Songwriter“ und diversen Infoständen, organisiert von Familie Bremer und TransDia. Presse und Fernsehen waren zugegen – ein toller Abschluß. Am Abend gingen wir noch einmal gemeinsam essen und ließen die Erinnerungen sacken.

Wolfgang Ludwig, bearbeitet von Gerhard Stroh

der Artikel ist mit anderen Bildern im Diatra Journal erschienen. Einige Passagen sind mit Bezug auf die Bilder ergänzt worden.

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